Wissenschaftlicher Hintergrund: CAT-Q (Masking)
Über diesen Test
Der CAT-Q wurde 2019 von Laura Hull und Kolleg:innen am University College London entwickelt, nachdem klinische Beobachtungen zeigten, dass viele autistische Menschen – insbesondere Frauen und spät diagnostizierte Erwachsene – ihre Merkmale so erfolgreich kaschieren, dass klassische Screening-Instrumente wie der AQ sie nicht zuverlässig erfassen. Camouflaging wird mit erhöhter psychischer Erschöpfung, Angst und Depression sowie einer verzögerten Diagnose in Verbindung gebracht. Der Fragebogen zeigt in Validierungsstudien gute interne Konsistenz für alle drei Subskalen und unterscheidet zuverlässig zwischen autistischen und nicht-autistischen Stichproben.
Dimensionen
Kompensation
Strategien, um Schwierigkeiten in sozialen Situationen aktiv auszugleichen – etwa durch das Erlernen sozialer Regeln, das Nachahmen anderer oder das Entwickeln fester „Drehbücher“ für Interaktionen.
Maskierung
Strategien, um autistische Merkmale zu verbergen oder den eigenen äußeren Eindruck zu steuern – etwa durch bewusste Kontrolle von Mimik, Körpersprache oder Blickkontakt.
Anpassung
Strategien und Erfahrungen rund um das Bemühen, sich in sozialen Situationen anzupassen – etwa durch das „Vorspielen“ von Interesse oder das Erzwingen von Interaktionen.
Quellen & Lizenz
Hull, L., Mandy, W., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P., & Petrides, K. V. (2019). Development and validation of the Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q). Journal of Autism and Developmental Disorders, 49(3), 819–833.
Der CAT-Q steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 und darf mit Namensnennung frei genutzt, verändert und weiterverbreitet werden.
https://cat-q.org/
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