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Wissenschaftlicher Hintergrund: Dark Tetrad (SD4)

Über diesen Test

Paulhus und Williams prägten 2002 den Begriff „Dark Triad“ für drei sozial unbeliebte, aber überlappende Persönlichkeitseigenschaften – Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie –, die sich als eigenständige, aber verwandte Konstrukte erwiesen. Buckels, Jones und Paulhus (2013) zeigten, dass Alltagssadismus (Freude an der Grausamkeit gegenüber anderen) eine vierte, empirisch trennbare Facette darstellt – seither spricht man von der „Dark Tetrad“. 2020 veröffentlichten Paulhus, Buckels, Trapnell und Jones im European Journal of Psychological Assessment den SD4 (Short Dark Tetrad) als kompakte, 28 Items umfassende Kurzversion, die alle vier Eigenschaften mit guter interner Konsistenz erfasst (Cronbachs Alpha zwischen .76 und .81) und die vorherige, nur drei Eigenschaften abdeckende Kurzskala SD3 desselben Autorenteams ablöst. Wichtig: Diese Eigenschaften werden als normalverteilte Persönlichkeitsmerkmale in der Allgemeinbevölkerung verstanden ("subklinisch") – sie sind konzeptionell etwas anderes als die klinischen Diagnosen Narzisstische oder Antisoziale Persönlichkeitsstörung oder klinische Psychopathie (die z. B. über die klinikergestützte PCL-R erfasst wird). Die hier verwendeten Bandbreiten orientieren sich an den im Originalverfahren berichteten Item-Mittelwerten und Standardabweichungen einer Stichprobe von 637 Studierenden der University of Winnipeg und dienen nur als grobe Orientierung, nicht als klinische Normwerte.

Dimensionen

Machiavellismus

Strategisches, zielgerichtetes Denken: Planung, Diskretion und der gezielte Einsatz von Manipulation, um eigene Interessen langfristig durchzusetzen.

Narzissmus

Großartigkeitsgefühle, Geltungsbedürfnis und die Überzeugung, etwas Besonderes und zur Führung berufen zu sein.

Psychopathie

Impulsivität, geringe Furcht vor Konsequenzen und eine Neigung zu Regelverstößen und riskantem Verhalten.

Sadismus

Freude an Gewalt, Grausamkeit oder der Not anderer Menschen – als vierte, eigenständige Facette der Dark Tetrad.

Quellen & Lizenz

  • Paulhus, D. L., Buckels, E. E., Trapnell, P. D., & Jones, D. N. (2020). Screening for dark personalities: The Short Dark Tetrad (SD4). European Journal of Psychological Assessment, 37(3), 208–222.

    Der SD4 wird von Delroy L. Paulhus (University of British Columbia) auf seiner offiziellen Messverfahren-Seite explizit als gemeinfrei ("In the Public Domain") gekennzeichnet: „The following questionnaires are available without permission. Feel free to download and use as needed.“ Die deutschen Formulierungen sind eine eigene, nicht klinisch validierte Übersetzung der englischen Originalitems.

    http://www2.psych.ubc.ca/~dpaulhus/Paulhus_measures/SD4.docx
  • Buckels, E. E., Jones, D. N., & Paulhus, D. L. (2013). Behavioral confirmation of everyday sadism. Psychological Science, 24(11), 2201–2209.

    Referenziert als wissenschaftlicher Hintergrund zur Aufnahme von Sadismus als vierte Dark-Tetrad-Facette.

Dieser Test ist ein Selbsterkundungs-Instrument für subklinische, in der Allgemeinbevölkerung normal verteilte Persönlichkeitseigenschaften – er ist keine Diagnose einer Persönlichkeitsstörung oder von klinischer Psychopathie und ersetzt keine Beurteilung durch Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen. Nutze das Ergebnis bitte nicht, um dich selbst oder andere Menschen zu etikettieren. Wenn diese Muster dich selbst, deine Beziehungen oder Menschen in deinem Umfeld belasten, kann ein Gespräch mit einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten helfen.
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